Geschichte

In der Zähnteschür, wie der Name sagt, wurden die Heu – und Fruchtzehnten eingelagert, die teils der Obrigkeit, teils dem in Bettlach seit dem hohen Mittelalter begüterten St. Ursenstift in Solothurn zu entrichten waren. Die zwei Kreuze auf dem First dürften auf letzteres hinweisen.

     

Das Haus stammt in seinen Grundmauern wohl aus dem 17. Jahrhundert. Es wurde mehrmals durch Witterung und Brand beschädigt. In den letzten 140 Jahren diente es als Stall, Scheune, Wagenschopf und Wohnstock; während längerer Zeit war darin auch eine Schmiede eingerichtet.

Im "Inventar der erhaltenswerten Objekte des Kantons" ist die Zähnteschür aufgeführt. Seit 1941 steht sie unter Schutz.

1181

Graf Ulrich von Neuenburg erwirbt von Probst Burkhard zu Solothurn in Betelacho ( erste Erwänung unseres Dorfes) zu Lehen „siebzig Jucharten und acht Hütten und vierundzwanzig Fuder Heu und den Zehnten von zwölf Höfen.“

1611

Erstmals vernehmen wir aus dem Ratsmanual von Solothurn etwas über die Zehntenscheune: Damals wurde dem Seckelmeister und dem Spitalvogt auferlegt, "das Haus zu Bettlach zu meiner Herren Zehntenscheuer zu kaufen."

1632 - 1685

Verschiedene Erwähnungen in den Ratsmanualen, meist wegen Reparaturen.

1740

.. betr. „die wieder aufzubauende Heuzehntenscheune zu Bettlach, wozu auch das St. Ursenstift beitragen will, um dort seinen Fruchtzehnten einlagern zu dürfen.“

1799

Die Helvetische Regierung verkauft die Zehntenscheunen den Kantonen. Die Gemeinde Bettlach schlägt aber in den folgenden Jahren den Kauf zum Anschlagspreis von 400 Franken aus.

1839

Die löbliche Stadtgemeinde Solothurn versteigert die Zehntenscheune an Paul Marti, Statthalter von Bettlach, zum Preis von 1415 Franken.

1974

Im neuen Ortsplan ist vorgesehen, die alte Hütte dem Verkehr zu opfern. Die Zähnteschür soll abgerissen werden. Im selben Jahr wird ein Komitee gegründet, das den Abriss verhindern kann.

1977

Am 10. Januar wird der Zähnteschür-Verein ins Leben gerufen.

Der Verein kauft die Liegenschaft von Hermann Marti für 45'000 Franken.


Die Renovation wurde in zwei Etappen aufgeteilt:

 
1. Etappe, Aussenrenovation 1978
Bereits sieben Monate nach der Vereinsgründung hatte man genug Spendengelder zusammengetragen, und es konnte mit der Aussenrenovation begonnen werden. Während dieser Renovation wurde das Dachgebälk instand gestellt und neu mit Biberschwanzziegeln eingedeckt. Der gesammte Aussenputz wurde abgeschlagen und erneuert. Bei dieser Arbeit kam auf der Ostseite eine Riegwand zum Vorschein, die sichtbar gemacht wurde.
Für die Aussenrenovation wurden knapp 200'000 Franken und unzählige Frondienststunden aufgewendet.

       Zähnteschür um 1976

2. Etappe, Innenausbau und Umgebung 1979-1980
Kurz nach Fertigstellung der Aussenrenovationen konnte bereits mit dem Innenausbau begonnen werden. Das Ziel war, dass die Arbeiten bis zur „800 Jahre Bettlach Feier“ abgeschlossen waren. Dieses ehrgeizige Ziel wurde erfüllt, so dass die Zähnteschür in die Festivitäten eingebunden wurde.
Die Kosten für den Innenausbau beliefen sich auf 400'000 Franken. Dazu kamen noch 50'000 Franken für die Umgebung und ebenfalls unzählige Frondienststunden.

Scheune vor der Renovation                  

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